Figurenautomat
mit reitendem Pascha,
Süddeutsch um 1580/90
Uhrwerk, Gold
Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer
Schild,
osmanisch, 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Rotang-Palme, Holz, Leder, Eisen,
Silber, Seide, Wolltuch
Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Sturmhaube (Schischak)
des
Großwesirs Mechmet Sokolowitsch,
osmanisch, um 1560
Eisen getrieben und tauschiert, Silber,
Seide, rosettenförmige Nieten
Kunsthistorisches Museum Wien,
Hofjagd- und Rüstkammer
Dolch mit Scheide,
osmanisch, Mitte 16. Jahrhundert
Eisen, Elfenbein, Gold, Rubine und
Türkise, Holz und Silber
Rüstkammer, Staatliche Kunst-
sammlungen Dresden
Turban, osmanisch,
2. Hälfte 16. Jahrhundert
Baumwolle, roter Samtvelours
Kunsthistorisches Museum Wien,
Sammlungen Schloß Ambras
Halter für
einen Korantext,
Türkei, 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Gold, Silber, Granat, Karneol, Koralle
Ungarisches Nationalmuseum, Budapest
Erlesene Schätze aus 1001 Nacht
Die bedeutendsten Türkenschatzkammern Europas haben ihre Sammlungen geöffnet
und 170 Meisterwerke aus fünf Jahrhunderten in das Weltkulturerbe Völklinger
Hütte gegeben. Mit "Schätze aus 1001 Nacht – Faszination
Morgenland" zeigt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte Exponate
einer Fantasie, die Europa über Jahrhunderte in Atem hielt. Mit der Neuentdeckung
des Morgenlandes und der ersten Übersetzung der Märchen aus 1001 Nacht
vor 300 Jahren, wurde die Zauberlampe Aladins zum Symbol von Reichtum und Macht.
Das Osmanische Reich – ein Weltreich
Schon früh träumten die Menschen in Europa vom Morgenland als märchenhaftem
Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Generäle und Staatsmänner
aus Europa prägten den Osmanischen Staat, mit dem mächtigsten stehenden
Heer der damaligen Welt. Das Osmanische Reich umfasste das heutige Osteuropa
und Nordafrika und besaß die Dimensionen des Römischen Reichs. Das
moderne Europa verdankt der ständigen Konfrontation und dem ständigen
Kulturaustausch von Morgen- und Abendland seine Existenz.
…den rechten Begriff vom Leben haben
Zahlreiche Reisende besuchten den Orient und bewunderten den osmanischen Lebensstil,
ihrer Meinung nach den rechten Begriff vom Leben. Literatur, Theater und Kunst
griffen dieses Lebensgefühl auf und lösten einen wahren "Run"
auf türkische Kultur und orientalische Bräuche aus. In das fürstliche
Lebensambiente fanden osmanische Alltags- und Luxusobjekte Eingang, die in eigenen
Räumlichkeiten, den "Türckische Kammern" aufbewahrt wurden.
1001 Nacht
Die märchenhaften Erzählungen aus "1001 Nacht" wie "Aladin
und die Wunderlampe" oder "Ali Baba und die 40 Räuber",
rufen Kindheitserinnerungen wach. Vor unserem geistigen Auge ziehen die Bilder
des Morgenlandes in den Geschichten Scheherazades wie eine Fata Morgana vorbei.
Die prächtigen Waffen und Rüstungen, der erlesene Schmuck, die prächtigen
Handschriften, und Exponate des Orientalischen lassen die Fantasien des Morgenlandes
lebendig werden.
Lale und Kahwa… von Tulpen und Kaffee…
Wie die Tulpe sind Tabak und Kaffee, Zucker, Flieder, Gewürze wie Myrrhe,
Kümmel, oder Ingwer, Handelsbegriffe wie Tarif, Tara, Magazin, Arsenal,
Kleidungsstücke wie Gamasche, Kittel, Mütze oder Pantoffel weitere
Kulturimporte aus dem Morgenland. Diese Beispiele veranschaulichen, um wie viele
Facetten ärmer die Abendländische Kultur ohne die Osmanische Kultur
und die Gebräuche des Morgenlandes wäre.