Kolonialzeit nach 1532 n. Chr.

Die Eroberer der Neuen Welt

Spanien schloss sich 1492 unter dem Königspaar Isabela von Kastilien und Ferdinand von Aragón zu einem vereinigten und mächtigen Königreich zusammen. Die spanische Rückeroberung islamischen Bodens auf der iberischen Halbinsel war abgeschlossen, Granada gefallen und der Blick konnte sich auf neue Länder richten, die zu erobern waren. Es war im wichtigsten Jahr der spanischen Geschichte,1492, als Christoph Kolumbus auf seinem Seeweg nach Indien auf unbekanntes Land stieß: die „Neue Welt“, später Amerika genannt. Die Entdeckung, Belagerung und Unterwerfung dieser neuen Welt durch die Spanier gehört zu einer der grundlegenden Etappen auf dem Weg in die spanische Moderne. Hatte Kolumbus bis 1502 bereits die Ostküste Mittelamerikas, die Antillen und die karibischen Inseln erobert, wurde die „Konquista“ entlang der südamerikanischen Westküste erst 30 Jahre später unternommen. Francisco Pizarro unterwarf 1532 den letzen Inka-Herrscher. Die unermesslichen Goldschätze der Inka gelangten nach Europa und waren Grundstein für das „Siglo de Oro“, das goldene Zeitalter Spaniens. Unter den Habsburger Thronfolgern Karl V. und Ferdinand II. erstrahlte das katholische Königshaus und mit ihm die spanische Kunst und Kultur im Glanze dieses Reichtums bis weit ins ausgehende 16. Jahrhundert.  

Francisco Pizarro

wurde zwischen 1475 und 1478 in Trujillo in der Extremadura in Spanien geboren. Sein Vater, der Hauptmann Gonzalo Pizarro, entstammte dem verarmten niederen Landadel. Francisco war einer von mehreren Söhnen aus unehelichen Verbindungen seines Vaters. Seine Kindheit verbrachte er als Schweinehirt. Die Fremde zog Pizarro magisch an. Als junger Erwachsener nahm er an vielen Entdeckungsreisen teil, bis er von einem sagenhaften Goldreich in Südamerika erfuhr: Peru. Zwei Versuche, zum Inka-Reich vorzustoßen schlugen Fehl. Erst als er im Auftrag Spaniens erneut in See stach, erreichte er 1532 mit einer Streitmacht von 170 Männern den Norden Perus. Nach der Zerschlagung des Inka-Reiches wurde Pizarro zum Generalstatthalter und neuen Vizekönig ernannt. 1535 gründete er die neue Hauptstadt Lima an der Pazifikküste. Francisco Pizarros unstillbarer Ehrgeiz und seine Gier wurden schließlich auch ihm zum Verhängnis. Ein verschworener Kreis von Gegnern überfiel ihn am Abend des 26. Juni 1541 in seinem Haus in Lima und ermordete ihn.  

Atahualpa, der letzte Inkaherrscher

Atahualpa war der der 13. und letzte Inka-Herrscher. Er wurde um 1500 als Sohn des regierenden Inka Huayna Capac und seiner Nebenfrau, der Tochter eines lokalen Herrschers aus dem Bereich des heutigen Quito in Ecuador geboren. Nachdem sein Vater 1528 an den aus Spanien eingeschleppten Pocken starb, brach zwischen Atahualpa und seinem Halbbruder Huáscar, dem Sohn von Huayna Capac und seiner Schwester ein Krieg um die Herrschaft des Reiches aus. Dieser Krieg dauerte vier Jahre an und endete mit dem Sieg Atahualpas über seinen Bruder. Nach der Gefangennahme seines Bruders lud er den gesamten Inka-Adel ein und ließ alle zur Nachfolge in Frage kommenden Männer, Frauen und Kinder ermorden. Als Pizarro im Herbst 1532 in Atahualpas Residenzstadt Cajamarca einmarschierte, konnte er Atahualpa gefangen nehmen. Atahualpas riesiges Heer von rund 30.000 Mann wurde durch Schüsse aus Gewehren und Kanonen, durch die Pferde und riesigen Hunde der Spanier erschreckt und aufgerieben. Trotz Zahlung eines enormen Lösegelds für seine Freilassung, wurde Atahualpa in einem Schauprozess zum Tode verurteilt. Um einer Verbrennung auf dem Scheiterhaufen zu entgehen, die sein Leben im Jenseits unmöglich gemacht hätte, ließ er sich taufen. Atahualpa wurde 1533 mit der Garrotte erdrosselt.


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