Christian Boltanski - Künstler der Erinnerung

Erinnern – das ist das große Thema des französischen Künstlers Christian Boltanski. 1944 im von Deutschen besetzten Paris als Sohn eines ukrainischen jüdischen Vaters und einer korsischen katholischen Mutter geboren, ist er durch die Erinnerung an den Holocaust geprägt. Seine eigene Vergangenheit und Kindheit, Vergänglichkeit und das menschliche Bemühen gegen das Vergessen und Vergessen-Werden sind zentrale Themen seines Werks. Bis heute beschäftigt er sich mit dem Erinnerungswert von Menschen und Gegenständen. Christian Boltanski gilt als Mitbegründer der Konzeptkunst "Spurensicherung".

Christian Boltanski ist einer der international renommiertesten Künstler. Seine Werke wurden dreimal auf der documenta in Kassel gezeigt. 2011 wurde der gesamte französische Pavillon der 54. Internationalen Kunstbiennale von Venedig mit einer Rauminstallation von Christian Boltanski gestaltet. Christian Boltanskis Arbeiten sind in den wichtigsten Kunstsammlungen der Welt – wie dem Museum of Modern Art in New York, der Tate in London oder dem Centre Georges Pompidou in Paris – zu sehen.

Im Weltkulturerbe Völklinger Hütte hat er einen Erinnerungsort für die Zwangsarbeiter der Völklinger Hütte geschaffen. Ein emotionales Kunstwerk, das die Erinnerung an diese Menschen wachhält und erlebbar werden lässt.  Während seines Besuchs im Weltkulturerbe Völklinger Hütte hat ihn auch der Gedanke an die tägliche Arbeit der Hüttenarbeiter inspiriert. Diesen Menschen und ihren Emotionen hat Christian Boltanski die temporäre Installation "Erinnerungen | Souvenirs | Memories" gewidmet.

Christian Boltanski inszeniert Erinnerung als Kunst. In seinen Installationen setzt er Gegenstände in Szene, die Erinnerungen in sich tragen oder entsprechende Assoziationen hervorrufen. Wie die getragenen Kleidungsstücke, die er im Pariser Grand Palais zu einer Installation zusammenfügte. Er bedient sich auch der Form und Struktur eines "Archivs" – dem Ort, in dem klassischerweise Erinnerungen aufbewahrt werden. "Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass ein Foto eines Menschen, ein gebrauchtes Kleidungsstück, ein Herzschlag, ein Toter, gleichwertig waren, sie alle zeigen Abwesenheit", sagt Christian Boltanski. Seine Kunst ist unabhängig davon, ob in seiner Installation historische oder fiktive Biographien erzählt werden. Christian Boltanski beschäftigt sich mit dem symbolischen Wert von Gegenständen. Es ist eine künstlerische Form der Erinnerung, die den Besucher emotional berührt.

Christian Boltanski: Installationen | Auszeichnungen (Auswahl)


1999 Archiv der Deutschen Abgeordneten, Reichstagsgebäude Berlin

2006 wurde Christian Boltanski mit dem "Praemium imperiale" ausgezeichnet.  Der "Praemium imperiale" gilt als einer der weltweit wichtigsten Auszeichnungen und versteht sich als "Nobelpreis der Künste".

Seit 2008 "Les Archives du coeur", Installation mit den Herztönen von hunderttausenden Menschen, Insel Teshima, Japan

2010 "Personnes" – Installation von zweihunderttausend getragenen Kleidungsstücken, Grand Palais Paris

2011 Installation "Chance", Französischer Pavillon, 54. Biennale di Venezia, Venedig

2018 Storage Memory, Power Station of Art, Shanghai, Erste große Einzelausstellung in China

Christian Boltanski wurde im Kunstkompass-Ranking mehrmals unter den zehn weltweit bedeutendsten Künstlern der Gegenwart gelistet.


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