Der Schreiber

Weniger als 1% der Bevölkerung im Alten Ägypten konnte lesen oder schreiben. Der Beruf des Schreibers erforderte eine lange Ausbildung und wurde in Tempelschulen gelehrt. Die Schreiber gehörten zur Elite der ägyptischen Gesellschaft und genossen viele Privilegien. Die Bedeutung der Schreiber zeigt sich auch in der Vielzahl von Schreiber-Statuen, die in Grabbeigaben gefunden worden sind und die den Schreiber in seiner typischen Haltung zeigen - im Schneidersitz auf dem Boden hockend mit seinen Schreibgeräten vor sich auf dem Schoß: Die Palette aus Stein oder Holz mit zwei Vertiefungen für schwarze und rote Farbe, ein Napf mit Wasser für das Anrühren der Farben und die Schreibbinsen. 

Die Schrift

Die Ägypter verwendeten verschiedene Schriftarten, von denen die Hieroglyphenschrift die bekannteste ist, da sie vornehmlich für Inschriften in Stein verwendet worden ist. Im Alltag benutzten die Ägypter eine vereinfachte Form der Hieroglyphenschrift, die hieratische Schrift. Die Hieroglyphenschrift setzt sich aus mehr als 6.000 Bildzeichen zusammen, die Lebewesen und Gegenstände oder Teile davon darstellen können. Weil die Zeichen sowohl für ein ganzes Wort als auch für einzelne Buchstaben oder Buchstabengruppen stehen können, die Schrift sowohl von links nach rechts als auch von rechts nach links und von oben nach unten gelesen werden kann, gab die Hieroglyphenschrift viele Rätsel auf und wurde erst im 19. Jahrhundert von dem französischen Wissenschaftler Jean-Francois Champollion entschlüsselt. 

Das Geheimnis der Hieroglyphen

Um 3.000 vor Christus ist die ägyptische Schrift erfunden worden, zu der Zeit, als erstmals die beiden Reiche Ober- und Unterägypten vereinigt wurden. Lange kam man mit etwa 1.000 Zeichen aus, meist stilisierte Darstellungen von Dingen des Alltags: Menschen, Tieren, Pflanzen, Werkzeugen, Gegenständen etc. Erst langsam wurde das Zeichensystem erweitert, so dass in der Spätzeit der ägyptischen Kultur 664-332 v. Chr. die Hieroglyphenschrift aus mehreren Tausend Zeichen bestand. Diese Vielzahl verschiedener Zeichen und Bedeutungen gab der Wissenschaft einige Rätsel auf. Erst 1822 entzifferte der französische Sprachwissenschaftler Jean-François Champollion anhand einer Abschrift des Steins von Rosette die ersten Hieroglyphen. Er legte damit den Grundstein für die Ägyptologie, der Wissenschaft vom Alten Ägypten.


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