>15.2.2011>>19 Uhr

Raimund Karl
Die Kelten. Druiden. Fürsten. Krieger

In der europäischen Urgeschichte entstehen Gesellschaften, die verwandte Sprachen, Elemente der materiellen und immateriellen Kultur und religiöse Vorstellungen teilen. Seit etwa 600 v.Chr. bürgert sich der Sammelbegriff „Kelten“ für diese Gesellschaften ein. Das moderne Keltenbild wird durch drei Elemente geprägt: die „Fürsten“ der Prunkgräber der späten Hallstattzeit; die aus antiken Quellen stammende Vorstellung von „Kelten“ als kriegerische Barbaren; und die auch aus antiken Quellen bekannten „keltischen Druiden“. Dieses Bild ist teilweise zu bestätigen, teilweise zu korrigieren.

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>22.2.2011>>19 Uhr

Jürgen Zeidler / Sarah Junges
Keltische Spuren in unserer Sprache

Neben den archäologischen Befunden, wie sie in der Ausstellung Die Kelten – Druiden, Fürsten, Krieger zu sehen sind, und den Nachrichten bei antiken Historikern weisen auch sprachliche Zeugnisse auf die einstige Verbreitung von Kelten in unserer Region hin. Dazu gehören gallische Personen- und Götternamen, die uns größtenteils durch Inschriften auf steinernen Denkmälern aus der gallo-römischen Antike bekannt sind. Ferner haben einige Ortsnamen und zahlreiche Gewässernamen der Region aus der keltischen Zeit bis heute überdauert wie z.B. die Namen Kell, Merzig, Prims, Saar und Wadern. Und schließlich gibt es sogar einige Wörter der deutschen Hochsprache und der regionalen Dialekte, die auf keltische Wurzeln zurückgehen.

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>1.3.2011>>19 Uhr

Veronika Holzer
Viele Heiligtümer-viele Götter?
Kult und Religion der Kelten in Roseldorf/Niederösterreich

Die Entdeckung von fünf Kultstätten in Österreichs größter Keltensiedlung Roseldorf war nicht nur wegen ihrer Anzahl Aufsehen erregend. Erstmals konnten solche bislang nur auf Westeuropa begrenzten quadratischen Grabenheiligtümer auch im östlichen Mitteleuropa dokumentiert werden. Die bisherigen Grabungsbefunde und rituell zerstörten Opfergaben wie Waffen, Streitwägen und Pferdegeschirr aus Eisen, Keramik, aber auch Tier- und Menschenknochen machen unterschiedliche Götterverehrungen sichtbar. Neben den „üblichen“ Opfergaben sind auch besondere Funde wie die älteste und einzige eiserne „Druidenkrone“ und das bearbeitete Hirschgeweih einer Götterfigur hervorzuheben.

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>15.3.2011>>19 Uhr

Gilbert Kaenel
Spätkeltische Opferstätten in La Tène und Le Mormont (Schweiz)

Mit seiner Entdeckung in 1857 wird La Tène ein Kristallisationspunkt der noch jungen Schweizer Archäologie und später zur namengebenden Station für die Jüngere Eisenzeit in Europa. Um das Ende des 3. Jh. v. Chr. werden tausende Waffen, Werkzeuge aus Eisen und andere Objekte deponiert. Die Fundstelle wird heute als Kultort interpretiert. Auf dem Hügel Le Mormont wird seit 2006 ein weiterer Kultort ergraben, der aus der Zeit um 100. v. Chr. datiert. In mehr als 200 Gräbern und Opferschächten, wurden bis jetzt Überreste von Tieren, Menschen, Keramiken, Werkzeugen und Mühlsteine freigelegt.

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>22.3.2011>>19 Uhr

Jennifer M. Bagley
Die Kunst der frühen Latènezeit - Zeugnis keltischer Mythologie?

Bilder ermöglichen einen ganz besonderen Zugang zu den Vorstellungen und Denkweisen einer Gesellschaft. Dies gilt im Besonderen für Kulturen ohne schriftliche Überlieferung, auch wenn sich ihre Interpretation hier besonders schwierig erweist. Die frühe Latènezeit bietet eine in der europäischen Urgeschichte einmalige Vielfalt an Darstellungen von Menschen, Tieren und Mischwesen. Dabei werden Anregungen aus unterschiedlichen Nachbarkulturen aufgenommen und in ganz eigene Formen umgesetzt. Durch die Annäherung an die Bedeutung dieser Bilder ergibt sich auch ein Einblick in die Mythologie der Kelten.

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>29.3.2011>>19 Uhr

Rolf Hachmann
Der Kessel von Gundestrup-seine kulturgeschichtliche und geschichtliche Bedeutung

Im Jahr 1898 wurde im Moor von Gundestrup in Jütland Teile eines teilweise versilberten Bronzekessels entdeckt. Der Fund war - nicht nur in Dänemark – eine archäologische Sensation. Fragen seiner kulturgeschichtlichen Stellung haben die Forschung fast ein Jahrhundert beschäftigt. Anfangs war nur sicher, dass er in Jütland fremd war. Deswegen stellte sich eine Anzahl von Fragen: Wie kam der Kessel nach Norden und woher? Was stellen die Seitenteile des Kessels dar? Wo wurde der Kessel hergestellt und von wem? Welches war die Rolle des Kessels in der keltischen Kultur? Fast alle diese Fragen können heute als beantwortet angesehen werden.

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>5.4.2011>>19 Uhr

Bernhard Maier
Die Druiden – Antike Realität und moderner Mythos

Die keltischen Druiden zählen zu den bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Gestalten der alteuropäischen Religionsgeschichte. Darüber hinaus gehören sie zu den populärsten Identifikationsfiguren des gegenwärtigen Neuheidentums. Ausgehend von antiken Schriftquellen, den Theorien frühneuzeitlicher Altertumsforscher und neuen archäologischen Funden zeigt der Vortrag, wie eng diese beiden Aspekte des Themas zusammenhängen und wie sehr sie unseren Umgang mit den Religionen vor der Christianisierung Europas kennzeichnen.

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>12.4.2011>>19 Uhr

Rudolf Echt
Achsenzeit und Schwellenraum - die Region an Saar, Mosel und Mittelrhein im 5. Jahrhundert v. Chr.

Das 5. Jahrhundert v. Chr. sah den Niedergang der Hallstatt- und das Aufblühen der Latènekultur. In wenigen Jahrzehnten wandelten sich Sitten und Gebräuche. Güter wurden produziert, die Mitteleuropa bislang nicht gekannt hatte. Aus dem Mittelmeerraum wurden neue Techniken übernommen. Angelehnt an griechische und etruskische Vorbilder entstand ein neuer Kunststil. All dies geschah abseits der in der Schweiz, in Ostfrankreich und Baden-Württemberg gelegenen Hallstattzentren. Der Vortrag beleuchtet die Rolle der Region an Saar, Mosel und Mittelrhein als Innovationszentrum im 5. Jahrhundert v. Chr.

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