Christoph Draeger

PanAm 103, Lockerbie,
24.12.88, Acryl-Jet auf Puzzle (2003)

Seit rund zehn Jahren setzt sich Christoph Draeger mit diesem Desaster auseinander. Dazu reist er zu den Schauplätzen der Katastrophen, um sie zu registrieren. In der Videoinstallation “Puzzled“ (1998) hat er die Fotografie des Unglück in unzählige Puzzleteile zerlegt - paradoxe Verdoppelung der Zerstörung und Metapher für die Unzahl von Bildern, die uns täglich überfluten. Gezeigt wird eine in Fragmenten wahrgenommene Welt, in der die Kontrolle des Menschen über das Geschehene abhanden gekommen zu sein scheint. Das Puzzelspiel selbst veranschaulicht den Prozess des Aneinanderfügens, die oft sinnlose Suche nach Zusammenhängen und Antworten.

PanAm 103 referiert auf den Katastrophenflug, der im Dezember 1988 wegen eines terroristischen Bombenanschlags über Lockerbie niederging. In dem schottischen Ort starben über 250 Menschen. Trotz jüngster Urteilssprechung bestehen Unklarheiten über Täter und Motive. Draegers Versuche, das Unfassbare zu bannen, machen deutlich, dass es Ereignisse gibt, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, um welches Desaster es sich handelt. Jede Katastrophe entzieht sich letztendlich der Darstellung, Beeinflussung und Berechung. Im Puzzle werden lediglich die Teile wieder zusammengefügt.

 

Christoph Draeger, 1965 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in New York. Nach Studium an der Kunstschule Luzern Stipendienaufenthalte in Brüssel und New York.


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