Webtagebuch 22. April

Es gibt kaum eine Gasse in Aachen in der keine Printen angeboten und verkauft werden. Deshalb habe ich mich an meinem zweiten Wanderruhetag auf den Weg gemacht, das Besondere an dieser Aachener Spezialität zu erkunden.
Tatjana Kaiser vom Printenhaus Alois Roderburg erzählt mir, dass die Printenrezepturen bereits im 1700 Jahrhundert von Kupferschlägern aus Dinant in Belgien mit nach Aachen gebracht wurden. Ursprünglich wurde Rohrzucker zur Produktion verwendet, später Zucker von Zuckerrüben. Die Printe besteht zu 60 – 70 Prozent aus Zucker. Hinzu kommen Gewürze wie Zimt, Kardamon, Koriander und Anis. Dazu je nach Hersteller weitere spezielle Ingredienzien. Printen wurden und werden auch heute von den Pilgern als Pilgerbrot im Rucksack verstaut. Die Printe ist sozusagen der Müsliriegel vergangener Tage. Ich werde jedenfalls für die nächsten Tage einige als Proviant mitnehmen. Die kleinen, mit drei Mandeln versehenen Printen, werden in Aachen auch Mandelmöppchen genant. Passt ja auch ganz gut zu mir. Beim durchstreifen der Stadt entdecke ich auch Printen-Canduccinis mit Pinienkernen. Sie schmecken köstlich.
Die älteste Printenbäckerei gründete Leo van den Daele aus dem belgischen Gent. 1890 eröffnete er eine Konditorei in Aachen. Seine Rezepturen und kunstvollen Printen wurden über die Stadtmauern Aachens bekannt. Die Bürger der Stadt bezeichneten ihn als „Printenbaron.“ Noch heute werden die Printen nach diesen alten Rezepturen hergestellt und in Aachens berühmtestem Café verkauft. 

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Webtagebuch 21. April

Am Elisenbrunnen, ein Säulenbau den 1822 Friedrich Schinkel entwarf, treffe ich meine Stadtführerin Nathalie Rath. Sie sagt von sich selbst, dass sie Aachner Urgestein sei. Im Säulenbau des Elisenbrunnens fließt aus zwei Thermaltrinkbrunnen 59 Grad heißes Wasser. Es schmeckt nach Salz und Schwefel. Königinnen und Könige waren hier, Prinzessinnen und Thronfolger aus ganz Europa. Selbst Casanova suchte hier Heilung. Und jetzt stehe ich hier mit Emma, die das Wasser verweigert. Ich kann’s verstehen. Der Rundgang durch das historische Aachen dauert eineinhalb Stunden. Viele Brunnen sind in der Stadt zu bewundern. In der Krämerstraße, der ältesten Händlerstraße der Stadt, sprudelt das Wasser im Puppen- brunnen mit seinen beweglichen Puppen. Die Figuren erzählen dem Betrachter die Geschichte der Stadt. Das Weltkulturerbe „Aachener Dom“, die ehemalige Pfalzkapelle Karls des Großen, überragt alles. Die 32 Meter hohe Kuppel, der Barbarossaleuchter aus dem Jahr 1180 sowie der legendäre Thron Karls des Großen sind absolute Highlights derRundtour. Dazu das historische Rathaus und das Couven-Museum, das wohl „bekannteste Wohnzimmer“ Aachens. Mit einer Rekonstruktion der Adler-Apotheke beherbergt das Museum die Anfänge der Süßwarenproduktion Aachens.
Oberhalb des Büchel, Ecke Körbergasse begrüßt ein freundliches Mädchen, eine Bronzefigur mit einer übergroßen Printe, die Besucher. Sie steht direkt vor der Alt Aachener Kaffeestube „Leo van den Daele“, der Wiege der Aachener Printenherstellung. Morgen werde ich gemeinsam mit Emma eine Printen-Exkursion unternehmen. Aachen hat viele verschiedene Sorten zu bieten. Ich freue mich darauf. 

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Webtagebuch 20. April

Kaiserwetter auf dem Weg von Kornelimünster in die Kaiserstadt Aachen. Vom Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“ über das Weltkulturerbe „Das Römische Trier“ zum Weltkulturerbe „Aachener Dom.“  Der Aachener Dom, wurde 1978 als erstes deutsches Bauwerk in die Liste der UNESCO aufgenommen. 
Beim Start der heutigen Wanderung in Kornelimünster auf dem  Korneliusmarkt knüpft Emma soziale Hundekontakte. Der Ursprung des Aachener Stadtteils geht auf die Zeit um Christi Geburt zurück. Das historische Ortsbild ist bis in die heutige Zeit beinahe völlig erhalten geblieben. Fast an jedem Haus entdecke ich ein kleines  Schild: Denkmal. Mit Emma an der Leine mache ich mich auf in die Kaiserstadt. Da der Wanderer am Ende des Eifelsteigs am Korneliusmarkt keine weiteren Informationen erhält,  wie er nach Aachen gelangt, mache ich mich mit Karte auf den Weg. Wir suchen unseren eigenen Weg. Irgendwann unterwegs entscheide ich mich dem Zeichen der Jakobspilger zu folgen. Eine gute Wahl. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Kaiserdom Karls des Großen. Im Schatten des Doms als kleine Belohnung für inzwischen 555 Kilometer von Völklingen nach Aachen: Einen Milchkaffee und ein Stück Erdbeertorte mit Sahne. Morgen werde ich die Stadt mit einer Stadtführerin erkunden. 

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Webtagebuch 19. April

Das Landschaftsbild in Roetgen wird geprägt von Feld- Weiden- und Wiesennutzung. Zu Beginn entdecke ich ein Büschel Sauerampfer, den ich pflücke und genüsslich esse. Meine Gedanken schweifen zu Anne und Rüdiger im Hunsrück. Dort betreiben die beiden das Hotel-Restaurant Historische Schlossmühle. Im Frühling ist Anne täglich in den Wiesen, um frische  Wiesenkräuter zu sammeln. Rüdiger fertigt daraus die beste Wiesenkräutersuppe der Welt. Die würde ich jetzt gerne essen. Rüdiger will irgendwann einige Tage mitwandern. Vielleicht bringt er mir eine kleine Portion mit.
Ich durchstreife mit Emma einige Waldpassagen, ehe wir im Naturschutzgebiet des Struffelt die Heide- und Moorlandschaft durchqueren. Undurchsichtige Nebelfelder wabbern übers Moor. Es ist totenstill. Die Sicht beträgt keine 50 Meter. Emma ist aufmerksam wenn sie mit leisen Pfoten über die Holzstege tastet. Nur das Tock, Tock meiner Wanderschuhe ist auf dem Holz zu hören. Eine außergewöhnliche Stimmung herrscht auf dem Struffelt. Die Luft ist kalt und feucht.  
Anschließend, Richtung Kornelimünster geht’s fast nur noch  bergab. Kurz davor erlebe ich dann erstmals den Frühling. Die Buchen tragen junges Grün, einige Wacholderbüsche zeigen ihr weißes Frühlingskleid und in den Vorgärten der Häuser blühen die Narzissen. Endlich bin ich mit Emma im Frühling angekommen. Am alten Marktplatz in Kornelimünster beginnt der Eifelsteig von Aachen nac h Trier. Für mich und Emma endet er hier. Einige Wanderer machen sich am Startpunkt gerade auf den Weg. Es bleibt Zeit für einen kleinen Plausch und ein Erinnerungs- foto. Wir haben den Eifelsteig von Trier bis Kornelimünster erwandert, 330 Kilometer quer von Süd nach Nord durch die Eifel. 

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Webtagebuch 18. April

Am frühen Morgen ein Spaziergang durch die Altstadt von Monschau. Seit knapp dreihundert Jahren hat sich das sich im historischen Stadtkern so gut wie nicht verändert. Zauberhafte Fachwerkhäuser, prächtige Patrizierhäuser und interessante Fabrikgebäude der ehemaligen Tuchmacher. Die Tuchmacher haben Monschau im 18. Jahrhundert mit ihrem weltberühmten Monschauer Tuch bekannt und reich gemacht. Das Rote Haus, ein außergewöhnlich schönes Patrizierhaus des Tuchmachers Johann Heinrich Scheibler ist heute das Wahrzeichen Monschaus. Hier kann man die Geschichte und das Leben der ehemaligen Tuchmacher eindrucksvoll nachvollziehen. Mit Emma mache ich mich auf den Weg nach Roetgen. Die Geschichte dieser Wanderung ist schnell erzählt. Noch einmal müssen wir hinter Monschau bis auf 658 Meter steigen, die Wetterstation am Steling zeigt uns diese Höhenangabe. Hier befinden wir uns unmittelbar an der belgischen Grenze. Graue, unscheinbare Grenzsteine zeigen uns, dass wir mal auf belgischer Seite, mal auf deutscher Seite wandern. Die Wanderung durch den Parc Naturel auf belgischem Gebiet wird dann zum Alptraum eines jeden Wanderers. Kilometerlange, fast kerzengerade verlaufende Asphalttrassen lassen den Wanderspaßfaktor gegen Null sinken. Ein Wanderabschnitt auf dem Eifelsteig der eines Top-Trails nicht würdig ist. Die mir entgegenkommenden Wanderer vermitteln mir den Eindruck dass sie ähnliche Gedanken haben wie ich: Hoffentlich ist dieses Teilstück bald zu Ende. Rote Fahnen signalisieren außerdem, dass die kurze, naturbelassene Wegtrasse, in diesen Tagen nicht begehbar ist. So kann uns auch das berühmte Hochmoor mit seinen Moorbirken nicht wirklich in seinen Bann ziehen.
Auch für Emma keine angenehme Tour. Im Hohen Venn herrscht absoluter Leinenzwang. Der Grenzgang des heutigen Tages entlang der deutsch-belgischen Grenze endet über einen Asphaltweg Richtung Roetgen.
Morgen geht es weiter nach Kornelimünster. Es kann nur besser werden. 

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Webtagebuch 17. April

Heute beginnt die fünfte Woche meiner langen Reise rund um Deutschland. In der Nordeifel hat sich Nachfrost übers Land gelegt. Früh morgens sind die Fensterscheiben der parkenden Autos mit einer dicken Eisschicht überzogen. Es ist wolkenlos, ein sonniger Tag macht Wanderlaune.
Als ich mit meinem Sohn zum Frühstück erscheine stehen schon die Lunchpakete auf dem Tisch. Juul Caubo, der Chef des Hauses, hat uns Schokolade eingepackt. Echte Alpenvollmilch Schokolade, „made in Saarland“ von „Ludwig Schokolade“ in Saarlouis.
Gleich zu Beginn unserer Wanderung ein langer Anstieg. Hinter dem Anstieg eine sehr große Wiese mit zwei grasenden Eseln. Sie fühlen sich wohl durch Emma gestört. Einer der beiden jagt Emma mit lautem I-A-Gebrüll in die Flucht. Emma ist von dem galoppierten Esel so erschrocken, dass sie mit eingezogenem Schwanz das Weite sucht. Benjamin und ich können den Esel beruhigen und Emma findet wieder zu uns.
Der heutige Teilabschnitt von Einruhr nach Monschau ist eine der schönsten Etappen des Eifelsteigs, aber auch eine der anstrengendsten. Ständig wechselnde Landschaftsbilder, mal im Tal entlang eines Baches, mal auf den Höhen mit weiten Blicken ins Land, mal Waldpassagen, mal Feld- oder Wiesenwege, ein guter Mix. Wir nähern uns Monschau über einen kleinen geschlängelten Pfad am Waldrand. Großartig. Leider muss Benjamin abends zurück ins Saarland. Im Restaurant „Alte Herrlichkeit“ in Monschau lasse ich mich mit Emma verwöhnen.

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Webtagebuch 16. April

Um 7.55 Uhr erhalte ich von meinem Freund Uli aus Marl ein kurze Mail: Ein neuer Tag. Einfach losgehen. Uli. Allerdings gehe ich heute nicht allein mit Emma. Mein Sohn Benjamin hat sich angekündigt. Er will mich zwei Tage lang begleiten.
Als wir in Gemünd starten hängt immer noch dicker Hochnebel in der Luft. Erst am späten Nachmittag wird sich deshalb die Sonne durchsetzen. Seit mein Stoßgebet wegen der täglichen Regenschauer in der Seufzerkirche von Mirbach  erhört worden ist hat es nicht mehr geregnet. Es wird auch heute so bleiben.
Einige Kilometer hinter Gemünd ein kurzer, steiler Anstieg und wir haben das Gelände von Burg Vogelsang erreicht. Das dunkle Gestein wirkt im Nebel sehr gespenstig. Die Burg ist jedoch keine mittelalterliche Burganlage. Die Bezeichnung „Burg“ wurde von den Nationalsozialisten geprägt. Sie errichteten die weitläufige Anlage zwischen 1934 – 1941 als Schulungszentrum für den Führungsnachwuchs der nationalsozialistischen Partei. Heute ist dort das Informationszentrum des Nationalparks Eifel untergebracht. Von der Aussichtsterrasse des Forums hat mein einen wunderbaren Blick auf die Urfttalsperre.
Das weitläufige Gelände, das wir anschließend bis kurz vor Einruhr durchwandern, wurde bis 2006 militärisch genutzt. Die Eifelsteigtrasse ist die einzige Möglichkeit das Gelände zu durchqueren. Überall entdecken wir Schilder „Durchgang verboten.“  
In Einruhr folgen wir dem Schild „selbstgebackener Kuchen und Kaffee“ am Eingang zum Cafe „Alt-Einruhr.“ Dort trinke ich den scheußlichsten Kaffee meines Lebens.  
Den Abend verbringe ich mit Benjamin und Emma im Hotel Eifelgold Rooding in Simmerrath- Erkensruhr mit kulinarischem Verwöhnprogramm.

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Webtagebuch 15. April

Mit Polizeischutz ins Hotel. So kann man die heutige Wanderung auf dem Eifelsteig von Urft nach Schleiden-Gemünd überschreiben. Aber der Reihe nach:
 
Jeden Dienstagabend gibt es im Urfter Hof Kartoffelpuffer, also „Grumbeerkieschelcher“. In Urft ißt man dazu Schwarzbrot, Apfelmus und Grafschafter Goldsaft (Fenner Harz). Ich erzähle Maria Weckmann, dass mir meine Mutter früher keine größere Freude machen konnte, als mir morgens das Schulbrot mit einem kalten „Grumbierkieschelche“ vom Vortag zu belegen. Beim Frühstück heute Morgen liegen tatsächlich zwei kalte Kartoffelpuffer an meinem Platz. Danke Maria.
Das Kloster Steinfeld der erste Höhepunkt des Tages. Die über 1000jährige Anlage gilt als eines der besterhaltenen klösterlichen Baudenkmäler des Rheinlandes. Emma lässt das kalt, sie interessiert sich viel mehr für die Alpakas, die uns kurz danach beschnüffeln und dann bespucken wollen.
Die Fachwerkhäuser von Olef sind ein weiterer baulicher Höhepunkt des heutigen Tages. Kurz hinter Olef kommen wir zum Wanderscheitelpunkt  zwischen Gemünd und Schleiden. Welchen Weg sollen wir wählen. In versuche in meinem gebuchten Hotel nachzufragen. Nach unzähligen vergeblichen Anrufen, entscheide ich mich für den Abstieg nach Schleiden. Dort kennt allerdings niemand mein Hotel. Von einer vorbeikommenden Polizeistreife erhalte ich schließlich niederschmetternde Antwort: Mein Hotel ist im Ortsteil Gemünd, wir müssen 6 Kilometer über den Berg zurücklaufen. Emma ist müde und ich ebenso. Die beiden Beamten haben Mitleid. Schnell sitzen wir im Polizeiauto und werden direkt vor unserem Hotel abgesetzt. Die Polizei dein Freund und Helfer. Danke.

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Webtagebuch 14. April

Im Hotel Schlossblick in Blankenheim lerne ich den Vater von Gilberte Mercier kennen. Er ist mit seiner Frau Ilka für einige Tage zu Besuch in Blankenheim. Alain, 1944 in Südbelgien geboren, wurde Berufssoldat. 1966 hatte er an Weihnachten Dienst. Da seine Eltern ihn besuchen wollten ging er auf Zimmersuche für sie. Dabei lernte er Ilka, die Tochter des Hoteliers, kennen. Alain hat es so formuliert: „Ich kam, sah und siegte.“ In- zwischen sind sie 42 Jahren verheiratet und betreiben seit 1996 „Oma’s Kaffeestuuv“ am Schönberger-Strand an der Ostsee. Dort werde ich sie im Sommer be- suchen.Bei dem schlechten Wetter der vergangenen Tage hab ich mich wohl leicht erkältet. Während ich diese Zeilen schreibe muss ich niesen und die Nase tropft.Blankenheim verlasse ich am im frühen Morgen Richtung Urft. Da Gilberte Mercier  freundlicherweise den Transport meines Rucksacks übernimmt kann ich mich heute etwas schonen. Am frühen Nachmittag habe ich Urft erreicht und schlafe erst einmal einige Stunden. 

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Webtagebuch 13. April

 Meine Steußzeufzer und Stoßgebete in der Erlöserkirche sind erhört worden. Ein sonniger Frühlingstag auf der Strecke von Mirbach nach Blankenheim. An der Landesgrenze Rheinland-Pfalz – Nordrhein-Westfalen entdecke ich ein mit Bärlauch übersätes  Waldstück. Einige junge Blätter pflücke ich mir für unterwegs. Weite, offene Landschaft bestimmt das Bild der Wanderung durchs Naturschutzgebiet Lampertstal. In Alendorf führt der Weg durch eine Wachholderallee zum Kalvarienberg. Die Wiesen am Gipfelkreuz sind mit lilafarbenen Küchenschellen bedeckt. Von hier ist der Ausblick an diesem sonnigen Morgen über die Eifelkuppen überwältigend. Die 14 Kreuzwegstationen aus rotem Sandstein, die ich anschließend mit Emma passiere stammen aus dem 17. und 19. Jahrhundert.
Blankenheim erreichen wir am frühen Nachmittag.  Wir schlendern durch den Ortskern zur  Ahrquelle.  Die Quelle liegt unmittelbar unter einem alten Fachwerkhaus. Im Cafe-Bistro Landlust bleibt Zeit einen Milchkaffee zu trinken, und ein Stück Käsekuchen mit frischem Ziegenkäse zu probieren.
„Wer Vergessen Hat Zu Träumen Wird Nie Lernen Zu Leben,“ lese ich in der kleinen Speisekarte. Morgen wandere ich mit Emma auf meiner Traumroute rund um Deutschland weiter.

HEIMAT: Ein Heim, zu Hause ankommen, Entschleunigung, Wohlfühlen, bei sich selbst sein. (Ute Rösgen, Blankenheim)

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Webtagebuch 12. April

Beim Frühstück in Hillesheim bekomme ich leuchtende Augen: Original Grafschafter Goldsaft steht auf dem Frühstückstisch. Brauner, dickflüssiger, süßer Zuckerrübensirup. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als der gute, alte Fenner Harz, der in Kindertagen täglich auf dem Tisch stand. Die Wiege dieses Lebensmittels stand nämlich in Fenne, einem Stadtteil von Völklingen, in dem ich aufgewachsen bin. „Fenner Harzbagge“ wurden wir früher spöttisch beschimpft.
In Hillesheim dreht sich vieles um Krimis. Der Eifel-Krimi Autor Jacques Berndorf hat etliche seine Schauplätze nach Hillesheim gelegt. Ein Eifel-Krimi-Wanderweg startet direkt in Hillesheim. Als ich in Hillesheim früh morgens zu meiner 25 Kilometer Wanderung nach Mirbach starte, liegt dicker Nebel auf der Landschaft, ideale Krimiatmosphäre.
Unterwegs irgendwo zwischen Kerpen und Mirbach tauchen plötzlich Hugo und Karl auf. Hugo ein schwarz-weißer Mischlingshund aus Spanien und sein Herrchen Karl. Sie begleiten Emma und mich ein Stück. Karl ist am  Ende seines Berufslebens in seine alte Heimat, die Eifel, zurückgekehrt. Auch er Journalist, haben wir schnell einen gemeinsamen Bekannten ausfindig gemacht.
An der Erlöserkirche in Mirbach bete ich für besseres Wetter. Auch heute hat uns zum Schluss der Wanderung ein Regenguss erwischt. Für Emma war es ein toller Tag mit überraschenden Tierbegegnungen.

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Webtagebuch 11. April

Beim Start am Morgen Überraschungsbesuch aus dem Saarland. Emmas Hundefreund Benni und Frauchen Simone, sowie deren Sohn Jan wollen heute mitwandern. Emma ist vor Freude außer Rand und Band. Wir beginnen unsere Wanderung am Brunnenplatz in Gerolstein, überqueren die Kyll und entdecken linker Hand im Kreisverkehr eine bunte Fahrradplastik, die an die Zeit des Gerolsteiner Profi-Fahrradteams erinnert. Wir müssen nach oben, mehrere Kilometer durch die so genannten Gerolsteiner Dolomiten. Vom Aussichtspunkt  Munterley hoch über Gerolstein liegt uns das Kylltal zu Füßen. Wir können die Aussicht nicht lange genießen, da eisiger Wind von Norden bläst. Wir wollen weiter. Bis Hillesheim sind es noch einige Stunden. Schwere Wolken treiben über uns hinweg. Offene Landschaften mit herrlichen Weitblicken prägen das Bild der heutigen Wanderung, daneben geologische Höhepunkte wie der Tagebau für Mühlensteine, Tuffaufschlüsse und das Kalkgebirge mit seinen Höhlen. Mal zeigt sich für kurze Momente die Sonne, mal nieselt es und auch ein leichter Graupelschauer lässt uns die Kälte spüren. Kurz hinter Roth beim Anstieg zum 531 Meter hohen Wolfsbeuel trauen wir unseren Augen nicht: Schneefocken fallen vom Himmel. Meine Finger sind kalt wie Eiszapfen. Nach 6 Stunden haben wir Hillesheim erreicht. Mit heißer Schokolade und Erdbeerkuchen wird Jan für seine lange Wanderung belohnt. Mein heißer Milchkaffee dient erst mal dem Auftauen meiner Finger. Zu Hause blühen die Magnolien, wir wandern hier im Schnee. Wann wird’s endlich Frühling in der Eifel? 

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Webtagebuch 10. April

Am Vulkanmuseum mitten in Daun starte ich mit Emma zur 7 ½ stündigen Wanderung nach Gerolstein. Wir befinden uns mitten in der Vulkaneifel. Aufgrund ihrer erdgeschichtlichen Entwicklung ist die Region der Vulkaneifel einmalig auf der Welt. Deshalb hat man diese Region ins Welt-Naturerbe aufgenommen. Über 350 Ausbruchszentren von Vulkanen dokumenti eren die Entstehungsgeschichte. In verschiedenen Geo-Museen und  Geo-Einrichtungen werden die geologischen Phänomene dokumentiert.
Von den Bergkuppen der Eifel bläst uns teilweise eisiger Wind ins Gesicht, gefühlte 2-3 Grad. Als uns zwei Mountainbiker überholen läuft sich Emma warm in dem sie die beiden für einige Minuten bergab verfolgt. Am Nerother Kopf (647 ü NN) eine Überraschung. Mitten im Wald stehen Reste einer Burg, die  unter Johann von Böhmen 1340 erbaut wurde. Der Bergkegel, erkaltetes Lavagestein, ist wesentlich älter, er entstand etwa vor 15.000 Jahren. Gerolstein, die Stadt des Wassers, erreichen wir über einsame Walpassagen am Spätnachmittag.

  

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Webtagebuch 9. April

„Der Wein ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien das Schmackhafteste und unter den Nahrungsmittel das Angenehmste.“ So steht es in der Weinkarte bei Kucher’s Landhotel in Darscheid in der Vulkaneifel, nur wenige Kilometer von Daun entfernt. Hier verbringe ich meinen Ruhetag mit Emma. Martin Kucher habe ich schon vor vielen Jahren kennen gelernt. Die Küche seines Landhotels ist mit vielen Preisen ausgezeichnet. Martin Kucher und seine Frau Heidi präsentieren ihren Gästen die umfangreichste Weinkarte von Rheinland-Pfalz. Für seinen Weinkeller hat er sogar nach altem Vorbild einen Kreuzgewölbekeller bauen lassen. Seit einigen Jahren ist er Pate des steilsten Weinbergs Europas, dem Bremmer Calmont an der Mosel. Bei der Rodung, der Neuanpflanzung und der ersten Ernte hat Martin Kucher persönlich tatkräftig mitgeholfen. Seine Hausmarke „Magma“ stammt aus diesem Weinberg . Am Abend sitzen wir nach dem Essen noch zusammen und trinken Wein aus seiner Schatztruhe. So gestärkt wandere ich morgen mit Emma nach Gerolstein. 

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Webtagebuch 8. April

In Manderscheid kann man im Maarmuseum der Erde auf den Grund schauen. Spektakuläre Simulationen zeigen geologische Zusammenhänge aus neuen Perspektiven. Höhepunkt der Ausstellung ist das von Innen begehbare Großmodell eines Maares mit integrierten audio-visuellen Darstellungen.
Beim Abschied von Manderscheid ein letzter Blick zur Burg, bevor ich mit Emma entlang der Lieser durch die Vulkaneifel Richtung Daun weiter wandere. Einsame Waldpassagen und Waldwiesen bestimmen das Bild der Landschaft. An einem Waldsee mache ich mit Emma in himmlischer Ruhe Rast. Hinter der  Übersdorfermühle müssen wir über eine Umleitung den Weg fortsetzen. Sie ist gut aus- geschildert. Umgestürzte Bäume machen den Eifelsteig hier unpassierbar. Auf der Höhe vor Schalkenmehren ein imposanter Blick aufs Maar. Nieselregen setzt ein. Wieder einmal legen wir einen Zahn zu. Nach dem Schalkenmehrener Maar wandern wir zum Weinfelder Maar und weiter zum Gemünder Maar ehe wir, leicht durchnässt, Daun erreichen. Morgen können wir ausschlafen.

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Webtagebuch 7. April

Kloster Himmerod wurde im 12. Jahrhundert gegründet und gilt bis heute als eines der besterhaltenen Zisterzienser-Klöster. Vom Eingang starte ich mit Emma zur Wanderung nach Manderscheid. Es wird eine Wanderung mit vielen steilen Anstiegen und ebenso steilen Abstiegen. Viel Wald und viel Wasser auf dem Weg durchs Liesertal. Und vor allem Ruhe, dachten wir. Über 150 Wanderer begegnen uns heute, vor allem junge Wanderer kommen uns immer wieder entgegen. Wir sind wohl die einzigen die von Süden nach Norden gehen. Unterwegs wird es teilweise „hochalpin“, wenn der schmale Pfad oberhalb der Lieser hart  an der Abbruchkante verläuft. Noch immer versperren umgestürzte Bäume die Wegführung. Als wir  Manderscheid erreichen, sehen wir im Tal die imposanten Burganlagen, deren Türme von weitem winken (ganz besonders winken sie Alexander zu). Unterhalb der Burg hat  sich „Burgschmied“ Wolfgang Küppers eingerichtet. Eine keltische Triskele, als Zeichen des Lebens,  hat er über dem Eingang seiner Schmiede angebracht. Statt grober Schmiedearbeiten fertigt er hier filigranen Schmuck. 

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Webtagebuch 6. April

Wer nach Großlittgen kommt und Schnitzel mag sollte unbedingt die Küche des Littcher Hofes ausprobieren. Über 35 verschiedene Schnitzelvariationen stehen auf der Karte. Die Schnitzel die wir probierten waren köstlich.
Mit der Wanderkarte im Rucksack (ich werde sie heute nicht benötigen, denn der Wegabschnitt von Bruch zum Kloster Himmerod ist optimal ausgeschildert) starte ich von der Burg in Bruch. Emma ist putzmunter. Bei wolkenfreiem Himmel geht’s uns beiden besonders gut. Die über uns kreisenden Düsenjets des nahe gelegenen Bundeswehrstützpunkts trüben nur wenig unsere Stimmung. Wir treffen Angelika und Manuela aus der Nähe von Aachen, die den Eifelsteig von Nord nach Süd wandern. Sie erzählen von Ihrem Erlebnissen als Eifelsteig-Anfänger. Georges aus Ettelbrück in Luxemburg treffe ich kurze Zeit später. Im Tal des Flüsschens Salm hat er gemeinsam mit seiner Frau die Ranzenmühle erworben. Wir freunden uns schnell an und er zeigt mir sein Schmuckstück. Emma tollt mit den beiden Hofhunden. Sie scheint heute nicht müde werden zu wollen. Das Kloster erreichen wir bei warmen Temperaturen. Auf der Terrasse des Cafes träumt Emma wunderbare Hundeträume während ich ein Himmeroder Klosterbräu genieße. 

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Webtagebuch 5. April

Die Wanderung beginnt in Kordel gleich mit einem schweißtreibenden Anstieg. Dann folgt ein Streckenabschnitt durch frühlingshaften Buchenwald. Gestern, am Ostersonntag, begleitete uns der Gesang von Barbara mit Oster- und Frühlingsliedern. Heute sind es die Waldbewohner, die immer wieder ein Lied anstimmen. Beim Pochen des Spechts hört Emma aufmerksam zu. Ich werde öfter an meine Kinderzeit erinnert, denn unten im Kylltal, zu dem ich eine zeitlang parallel laufe, sind die Dampfloks mit ihren rauchenden Schornsteinen zu sehen und zu hören. Die Dampflokomotiventage finden großes Interesse. Aus halb Europa sind Lokomotiven-Fans mit Kameras unterwegs, um die schwarzen Ungetüme zu fotografieren. Heute rächt sich, dass ich um Gewicht zu sparen auf die „dicke“ Wanderkarte zum Eifelsteig verzichtet habe. Die Top-Trails gelten ja als „unverlaufbar“. Der Windbruch der letzten Wochen hat jedoch nicht nur viele Bäume entwurzelt , auch etliche Wegmarkierungen des Eifelsteigs sind verschwunden.  Irgendwann lande ich in einem Talkessel im kleinen Weiler Kyll. Ich habe mich total verlaufen, das Handy ohne Empfang. Hilfsbereite Menschen helfen mir in Kyll und bringen mich wieder auf den rechten Weg. Im Landhotel Littcher Hof übernachte ich. Dort habe ich mir sofort eine Karte gekauft. Und die Moral von der Geschicht`: Wandere ohne Karte nicht. 

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Webtagebuch 4. April

Emma wird Trier in bester Erinnerung behalten. Beim Bummel durch die Stadt hatten wir für abends im Cumvino reserviert. Bitte möglichst in einer ruhigen Ecke wegen Emma. Als wir eintreffen begrüßt uns Antonia und führt uns zum Tisch: für Emma steht schon ein frischer Wassernapf bereit!
Wir sind begeistert von diesem Empfang und das Essen war auch lecker. Ein gelungenerr Abschluss der Ruhetage.
Heute geht’s von Trier nach Kordel. Ich bekomme Überraschungsbesuch. Mein Freund Siegfried, seine Frau Barbara mit Katharina und Lukas werden mich beim „Osterspaziergang“ begleiten.
Mit festlichem Glockenklang vom Dom, überqueren wir die Mosel über die Kaiser-Wilhelm- Brücke. Wie ein silbernes Band glitzert die Mosel im Sonnenlicht. Wind treibt Wolkenfetzen vor sich her. Es ist die erste Etappe auf dem Eifelsteig, der mich quer durch die Eifel nach Aachen führt. Der Eifelsteig gehört zu den Top-Trails Deutschlands. Der lange Anstieg gleich hinter der Brücke bietet lange Anstieg bietet uns Ausblick auf die Stadt und die Mosel. Auch Emma hat ihren Spaß. Viele Hunde mit Frauchen und Herrchen sind an diesem Morgen unterwegs. Nach zwei Stunden erwischt uns der erste kräftige Regenschauer, es werden noch einige folgen. Ebenso folgen einige steile Anstiege, die vom Regen stark aufgeweicht sind. Das Butzerbachtal ist eine  echte Attraktion. Lukas nimmt Tempo auf, allerdings nicht auf dem schmalen Pfad sondern im Wasser. Beim Herumtoben rutscht er auf moosigem Untergrund aus, gleitet einige Meter im Wasserbett nach unten und landet in einem kleinen Auffangbecken. Pitschnass steht er vor uns. Nach dem „trockenlegen“ schaffen wir auch den letzten schweren Anstieg mit Ausblick zur Burg Ramstein. In Kordel am Bahnhof sehen wir gerade noch eine Dampflokomotive abfahren. Über die Ostertage sind Dampflokomotiventage in der Umgebung.

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