nackt - nu

 

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Foto: Anonymous, c. 1855
© Sammlung Uwe Scheid, Saarland
Foto: Anonymous, c. 1855
© Sammlung Uwe Scheid, Saarland
Foto: Anonymous, c. 1855
© Sammlung Uwe Scheid, Saarland
Foto: Anonymous, c. 1855
© Sammlung Uwe Scheid, Saarland
Foto: Anonymous, c. 1855
© Sammlung Uwe Scheid, Saarland
Foto: Wilhelm von Gloeden ca. 1900
© Sammlung Uwe Scheid, Saarland

„Die Erfindung des Fotoapparates ist für die Entwicklung der Bildmedien vergleichbar mit der Entwicklung der Dampfmaschine für die Industrialisierung.“
Meinrad Maria Grewenig

Rauchende Fabrikschlote, schnell wachsende Städte, schroffe soziale Verwerfungen und politische Revolutionen, geniale Ingenieursleistungen und bahnbrechende Erfindungen prägen die Zeit, in der die Völklinger Hütte entstand; das Leben der Menschen in Europa änderte sich damals tiefgreifender als jemals zuvor. Wie die Dampfmaschine als Signet der neuen, industriellen Zeit der Massenherstellung von Gütern und Waren gelten kann, wurde der Fotoapparat zum Auslöser einer wahren Bilderflut. Neben Portrait- Landschafts- oder Architekturaufnahmen nutzten die Menschen den Fotoapparat auch, um ihren ganz persönlichen Blick auf den nackten Körper zu entdecken und festzuhalten.

„Köstliche, gesunde, stille Nacktheit in der Natur! O könnte die arme, kranke, geile Stadtmenschheit dich nur einmal wieder wirklich kennen lernen."
Walt Whitman amerikanischer Schriftsteller 1819-1892

Die Auseinandersetzung mit der Darstellung des nackten Körpers durchzieht die abendländische Kunstgeschichte wie ein roter Faden. Spätestens seit der Renaissance gehört die Beschäftigung mit dem nackten Körper untrennbar zur künstlerischen Ausbildung. Im 19. Jahrhundert entsteht der Begriff des Akts. Das Akt-Studium ist an jeder Akademie für Bildende Künste Pflicht. Mit der Erfindung des Fotoapparats ist es erstmals möglich, nackte Körper „maschinell“ abzubilden. Der persönliche Blick auf den nackten Körper entwickelt sich durch die Fotografie zu einer neuen Bildform und bestimmt seit dem 19. Jahrhundert unser zeitgenössisches Bildrepertoire.

„Bald darauf beugten sich Tausend gieriger Augenpaare über die Öffnungen des Stereoskops wie über die Dachfenster der Unendlichkeit“.
Charles Baudelaire, (1821 - 1867)

120 Fotografien aus der Sammlung Uwe Scheid, der berühmtesten Sammlung ihrer Art weltweit, sind in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ausgestellt. Von den Anfängen der Aktfotografie um 1850, die sich stark an die zeitgenössische Aktmalerei anlehnte, bis zur eigenständigen Kunstform Anfang des 20. Jahrhunderts zieht sich die Palette der fotografischen Abbildungen. Diese kulturgeschichtlich bedeutenden Aufnahmen fanden das Interesse nur weniger Sammler und sind daher äußerst selten.
Die Ausstellung wird ergänzt durch historische Kameras aus dem Museum für Film und Fototechnik Deidesheim und Exponate aus den Beständen privater Sammler.