Denkanstöße für die Zukunft des Saarlandes

Ideenlaboratorium® im Weltkulturerbe Völklinger Hütte mit den strategischen Entscheiderinnen und Entscheidern des Saarlandes erfolgreich angelaufen.

Im Jahr 1761 lief ein französisches Schiff vor einer abgelegenen Insel im Indischen Ozean auf Grund. Das winzige Eiland bot den Gestrandeten weder Quellen noch nennenswerte Vegetation. Dennoch gelang es einer Handvoll Menschen, dort mehrere Jahre lang zu überleben. Eine Gruppe französischer Archäologen kam dem Rätsel jetzt auf die Spur: Die Wissenschaftler fanden Hinweise „auf eine gut organisierte Gesellschaft…, die sich nicht von den Schwierigkeiten überwältigen ließ“. So ähnlich könnte man auch die 50 Führungskräfte aus saarländischen Ministerien beschreiben, die am vergangenen Montag auf Einladung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur, zusammentrafen. Gemessen an den Schiffbrüchigen hatten sie zwar eine nicht ganz so heikle, dafür aber kaum weniger anspruchsvolle Mission: Gemeinsam sollten sie Denkanstöße für die Zukunft des Saarlandes entwickeln.

Deren Innovationsfreude konnte sich in der frisch hergerichteten Erzhalle des traditionsreichen Industriestandorts ungehemmt entfalten. Ursprünglich lagerte hier das Eisenerz, der wertvollste Besitz der einstigen Hütte. „Heute“, begrüßte der Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte Dr. Meinrad Maria Grewenig seine Gäste, „wollen wir hier einen anderen kostbaren Rohstoff anzapfen: Ihre Kreativität“. Aus der Erzhalle ist ein Ideenlaboratorium geworden. Bis zum Sommer sollen dort insgesamt sechs so genannte Zukunftswerkstätten den Blick nach vorn wagen und Konzepte für das Saarland von morgen entwerfen. Dabei werden alle maßgeblichen gesellschaftlichen Gruppen einbezogen, darunter Wirtschaftsentscheider, Jugendliche, Landtagsmitglieder, Wissenschaftler und Vertreter der Kunst- und Kulturszene.

Der Dokumentation dieses Pionierprojekts widmet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ab 13. Mai 2007 eine eigenes Projekt: „Genius I. Die Mission: entdecken erforschen erfinden“. Überdies sollen die Ergebnisse der verschiedenen Zukunftswerkstätten im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ Bundespräsident Horst Köhler vorgelegt werden. So weit die Theorie. Ob sie der Praxis standhalten würde, wusste im Vorfeld niemand. Der Montag brachte die ungeduldig erwartete Feuerprobe. Unter der versierten Leitung des Baseler Moderators Daniel Wiener sollten die Teilnehmer kein Blatt vor den Mund nehmen, Kritik üben und neue Ideen in Gruppenarbeit erarbeiten und diskutieren. Die Analyse erwies sich als solide Grundlage für konstruktive Zukunftsvisionen. Der Trick: Man vertauscht einfach die Vorzeichen. So wird aus der Fixierung auf die Vergangenheit plötzlich eine zuversichtliche Offenheit für das Neue, und die gefühlte deutschlandpolitische Abseitsstellung verwandelt sich in das Bewusstsein, im Zentrum einer grenzüberschreitenden europäischen Metropolregion zu stehen. Das ähnelt der berühmten Frage nach dem halbvollen oder halbleeren Glas: Die Perspektive gibt die Richtung vor, und was heute undenkbar erscheint, kann morgen Gestalt annehmen.

<pskript></pskript>Die Teilnehmer der ersten Zukunftswerkstatt im Weltkulturerbe Völklinger Hütte haben das lehrbuchhaft umgesetzt. In konzentrierter Gemeinschaftsarbeit formulierten sie Fernziele, denen sie reelle Chancen auf Verwirklichung einräumen.

 

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<pskript></pskript>Matterhörner nennt der Schweizer Daniel Wiener solche ernst gemeinten Zukunftsentwürfe. Doch um einen Berg wie das Matterhorn zu besteigen, braucht es bestimmte Voraussetzungen. Training gehört dazu, eine gute Seilschaft und klug gesetzte Biwaks. „Wo wäre“, fragt der Moderator, „auf dem Weg zu Ihrem Gipfel das erste Basislager?“

 

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<pskript></pskript>Wieder steckten die Teilnehmer in intensiver Gruppenarbeit ihre Köpfe zusammen und überlegten, diskutierten, verwarfen und entwarfen. Und wieder flossen die Ideen reichlich.

 

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<pskript></pskript>Beispielsweise Konzepte einer mehrsprachigen Früherziehung sowie schulischer und universitärer Austauschprogramme im Saarland.

 

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<pskript></pskript>Unter den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt herrschte kein Mangel an Kreativität und Ideenreichtum. Einen Tag lang haben sie das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu einer höchst produktiven Denkfabrik gemacht. Das lässt hoffen: für die Zukunft des Saarlands und ganz besonders für die noch geplanten Zukunftswerkstätten im Ideenlaboratorium des Weltkulturerbe Völklinger Hütte.                               (Lorenz Töpperwien)

 

 

 

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