Die Europäische Keltenroute

Auf den Spuren der Kelten - Die Europäische Keltenroute

 

Begleitend zur Ausstellung „Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger.“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte startet mit der „Europäischen Keltenroute“ ein touristisches Projekt. „Die Europäische Keltenroute“ führt zu den herausragenden Keltenorten der Großregion mit dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen, Luxemburg und Belgien. „Ziel der ‚Europäischen Keltenroute‘ und der Ausstellung ‚Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger.‘ ist es, die  Menschen im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Lothringen, Wallonien und Luxemburg für die identitätsstiftende, gemeinsame Vergangenheit zur Zeit der Kelten zu sensibilisieren“, sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

 

Die Großregion war in der Eisenzeit, vor 2.500 Jahren, ein Zentrum  keltischer Kultur. 

Erstmals sollen die Keltenorte der Region kulturtouristisch vernetzt werden. Auf der Internetseite www.kelten-route.eu können sich Interessierte über die wichtigsten Keltenorte im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Lothringen und Belgien informieren. Außerdem gibt es einen Flyer, der über das Weltkulturerbe Völklinger Hütte kostenfrei erhältlich ist. 32 Orte sind auf der „Europäischen Keltenroute“ verzeichnet. Wer möchte, kann also nachschauen, ob auch in seiner Nähe die Kelten ihre Spuren hinterlassen haben und welche Keltenorte eine Reise wert sind.

 

Wichtige saarländische Orte der „Europäischen Keltenroute“ sind der Ringwall von Nonnweiler-Otzenhausen und der Europäische Kulturpark in Bliesbruck-Reinheim. Der Ringwall nördlich von Nonnweiler-Otzenhausen ist eine der mächtigsten keltischen Befestigungsanlagen. Kein keltischer Ringwall ist höher oder breiter. Über eine Länge von 2,5 Kilometer wurde eine unvorstellbare Menge Steine aufgehäuft – genug, um damit eine 100 Kilometer lange sechsspurige Autobahn zu bauen. Für Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig ist der Ringwall das bedeutendste keltische Baudenkmal in Mitteleuropa:  „Das ist das Stonehenge Mitteleuropas.“ 

 

Im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim auf der deutsch-französischen Grenze ist die Nachbildung eines bedeutenden keltischen Fürstinnengrabes zu besichtigen. Indizien weisen darauf hin, dass die dort bestattete Frau möglicherweise auch eine Priesterin war. Das Reinheimer Fürstinnengrab gehört europaweit zu den Top 10 keltischer Fundstätten. Der Halsreif der Fürstin von Reinheim, einer der bedeutendsten keltischen Funde, ist in der Ausstellung „Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger.“ zu sehen.

 

Im Zentrum der Keltenroute steht die Großausstellung „Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger.“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Sie zeigt auf über 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Kultur und Leben der ersten Hochkultur Europas. Mit 1.650 Exponaten ist es die weltweit größte Keltenausstellung. Bisher haben weit mehr als 150.000 Menschen die Ausstellung besucht.

 

Im Saarland entstand das Projekt „Europäische Keltenroute“ in Zusammenarbeit von Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Staatskanzlei des Saarlandes sowie den Landräten, Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der Kommunen, in denen die Kelten ihre Spuren hinterlassen haben.

 

Auch in Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Lothringen und Belgien gibt es bedeutende Keltenorte zu entdecken. In Rheinland-Pfalz sind unter anderem die beiden Keltendörfer Bundenbach und Steinbach Stationen der Europäischen Keltenroute.

 

Die kleine Keltensiedlung „Altburg“ in einem Waldstück bei Bundenbach macht keltisches Leben hautnah erfahrbar. Sie ist die bislang einzige, vollständig ergrabene Höhensiedlung. Von oben betrachtet, „ähnelt das Bild der reetgedeckten Hütten dem Idyll des berühmten Gallierdorfes im «Asterix»-Comic“, schreibt Thomas F. Klein in seinem Buch „Wege zu den Kelten“. Für Romantik bietet die Siedlung jedoch wenig Raum: Die einfachen Einraumhäuser, in denen eine ganze Familie wohnte, waren gerade einmal 25 Quadratmeter groß.

 

Am pfälzischen Donnersberg stand eine der größten keltischen Stadtanlagen. Das Hauptplateau des Donnersbergs wird von einer 8,5 Kilometer langen Ringwallanlage umzogen. Der sogenannte „Keltenweg“ führt auf einer Strecke von 8 Kilometern zu den archäologisch interessanten Plätzen und den noch sichtbaren Denkmälern. In Steinbach am Donnersberg wurde ein Keltendorf rekonstruiert. Die Besucher erfahren hier, wie es in einem solchen Dorf ausgesehen hat und dürfen auch selbst ‚Hand anlegen‘. Führungen bieten die Möglichkeit, zu lernen, wie die Kelten Stoffe gesponnen oder Feuer gemacht haben.

 

Weitere „Ankerorte“ der Europäischen Keltenroute in Rheinland-Pfalz sind die Landesmuseen in Trier, Mainz und Birkenfeld, das Historische Museum der Pfalz in Speyer sowie der Archäologiepark Belginum in Morbach. Die Keltenorte wurden in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz bestimmt.

 

In Luxemburg ist vor allem der „Titelberg“ in der Gemeinde Pétange ein wichtiger Keltenort. Hier errichteten die Kelten eine befestigte Stadtsiedlung, ein sogenanntes „oppidum“. Zurzeit gibt es dort umfangreiche Ausgrabungen. Wer auf dem Titelberg spazieren geht, kann möglicherweise einen Blick darauf erhaschen. In einem für Besucher zugänglichen Park wurde ein keltisches Wohnhaus rekonstruiert. Tausende von keltischen Münzen, die auf dem Titelberg gefunden wurden, zeugen von weitreichenden Handelsbeziehungen. Auch im Luxemburger Nationalmuseum für Geschichte und Kunst (Musée National d’Historie et d’Art) kann man den Kelten auf die Spuren kommen. Hier gibt es eine Abteilung für die „Bronze- und Eisenzeit“. 

 

In Lothringen ist das „Musée de Metz - Cour d’or“ ein Ort der Keltenroute. Es befindet sich im historischen Stadtzentrum von Metz, auf dem Hügel Sainte-Croix. Eine antike Therme, die 1932 entdeckt wurde, dient als Rahmen für die Präsentation der galloromanischen Epoche. Neben der Therme bietet das Museum den Besuchern eine umfangreiche archäologische Sammlung, die das Leben der Kelten und Römer illustriert.

 

Auch Belgien ist mit einem Museum auf der Europäischen Keltenroute vertreten. Das Gallo-Römische-Museum Tongeren ist ein bedeutendes europäisches Archäologiemuseum, dessen Sammlung 170 000 Objekte umfasst. Die eisernen Schwerter, Bronze- und Goldmünzen des Museums illustrieren die gesellschaftlichen Hierarchien, die in der Eisenzeit – der Zeit der Kelten – entstanden.

 

Unter www.kelten-route.eu ist eine digitale Landkarte entstanden, die zu den wichtigsten Orten keltischer Kultur in der Großregion führt und damit zu einer Entdeckungstour auf den Spuren der Kelten einlädt. Der Flyer mit nützlichen Telefonnummern und einer Übersichtskarte eignet sich als Begleiter im Reisegepäck.

 

„Die Europäische Keltenroute“ und  die Ausstellung „Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger.“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte sollen den Menschen der Region aber auch die Augen für ihre gemeinsame Vergangenheit öffnen. „Die Kelten sind das emotionale Fundament der Großregion“, sagt Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig.

 

Weitere Informationen zu den Keltenorten unter
www.kelten-route.eu.
Der Flyer „Die Europäische Keltenroute“ kann kostenfrei beim Besucherservice des Weltkulturerbes Völklinger Hütte angefordert werden; Telefon: 0049-(0)6898-9100 100


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