Grenzüberschreitende Kooperation zwischen Weltkulturerbe Völklinger Hütte und La Mine, musée du Carreau Wendel / Frankreich

Kohle, Eisen und Stahl – eine neue europäische Industriekulturachse

Sie ist ein einzigartiges Denkmal der Industriegeschichte: die 1986 stillgelegte Völklinger Eisenhütte im Saarland. Als erstes Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert wurde die Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und La Mine, musée du Carreau Wendel, führen eine grenzüberschreitende Kooperation und verwirklichen gemeinsame Projekte.

Seit dem Jahr 2000 saniert und erschließt die Trägergesellschaft Weltkulturerbe Völklinger Hütte die riesige Anlage. Ein über 3000 m langer Rundweg führt heute die Besucher von den Tiefen der Hütte bis zur Panoramaplattform über den Hochöfen. In der großartigen Erlebniswelt des multimedialen Science Centers Ferrodrom® können die Besucher an authentischen und interaktiven Objekten die Welt rund um Eisen und Stahl hautnah erleben. Wo einst Schornsteine qualmten und ohrenbetäubender Lärm den Arbeitsalltag bestimmte, finden heute hochkarätige Ausstellungen und Kulturveranstaltungen statt. Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist heute mit mehr als 1,2 Millionen Besuchern der attraktivste Kulturort im Saar-Lor-Lux-Raum.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt im französischen Petite Rosselle die stillgelegte Zeche Carreau Wendel. Hier pulsierte rund 120 Jahre lang eine der Hauptschlagadern des lothringischen Kohlebeckens. Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts bildete die lothringische Minette die Rohstoffbasis für die saarländischen Eisen- und Stahlwerke und damit auch für die Völklinger Hütte.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und das Carreau Wendel sind heute herausragende Zeugnisse einer vergangenen industriellen Epoche. In einzigartiger Weise zeugen sie von der montanindustriellen Vergangenheit einer ganzen Region. Bereits seit dem Jahr 2000 initiieren die beiden Stätten verschiedene grenzüberschreitende Projekte. Seit Juli 2005 wird die deutsch- französische Kooperation durch das europäische Programm Interreg III (A) gefördert. Unter dem Titel „Kohle, Eisen und Stahl – eine neue Dimension des Industrie-Kultur-Tourismus“ entwickelt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und La Mine/Carreau Wendel eine neue europäische Achse der Industriekultur.

Künftig erhalten Besucher des Weltkulturerbes Völklinger Hütte und des Museums „La Mine“ gegen Vorlage der Eintrittskarte eine Ermäßigung beim jeweiligen Partner. Beiden Stätten werden sich gemeinsam im Internet präsentieren. Das neu eingerichtete deutsch-französische Koordinationsbüro erarbeitet zurzeit weitere Maßnahmen zur Entwicklung des Industriekulturtourismus in der Grenzregion.

Das Museum „La Mine“ arbeitet derzeit auf Hochtouren:

Derzeit entsteht auf der weitläufigen Anlage des Carreau Wendel ein kompletter Untertagebau. Ein simulierter Abstieg wird die Besucher künftig bis zu 1450 m tief unter die Erde führen. Dort eröffnet sich auf 4500 m2 ein labyrinthisches System aus Stollen und Flözen. Während im Science Center Ferrodrom® die Welt des Eisens und des Stahls anhand multimedialer Exhibits erfahrbar wird, informieren in den Stollen interaktive Stationen über die Arbeitswelt unter der Erde: über Rohstoffe, Technologien und Gefahren. Das Erlebnisbergwerk „La Mine, grandeur nature“ wird am 27. Oktober 2006 auf dem Gelände der Grube Carreau Wendel in Petite Rosselle eröffnet.


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