Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt Retrospektive der Fotokunst von Franz Mörscher zur Völklinger Hütte

Im Andenken an den am 14. Juli 2018 verstorbenen Künstler und Fotografen Franz Mörscher zeigt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte eine Retrospektive seiner stilprägenden Bilder der Völklinger Hütte. Die 36 Fotografien sind ab Samstag, dem 21. Juli 2018, in der Verdichterhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zu sehen.

Franz Mörscher fotografierte die Völklinger Hütte in den Jahren 1999 und 2000 – 13 Jahre nach Stillsetzung des Eisenwerks und 5 Jahre nach der Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit seiner Fotokunst hat er der ästhetischen Wahrnehmung der Völklinger Hütte den Weg geebnet und sie entscheidend mitgeprägt.

„Franz Mörscher hat in seinen Bildern der Völklinger Hütte in einzigartiger Weise den Übergang vom stillgelegten Eisenwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe dokumentiert und dargestellt. Bis heute ist die künstlerische Qualität und Aussagekraft dieser Bilder herausragend“, sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

Franz Mörscher wurde 1931 in Bundenbach im Hunsrück geboren. Er studierte an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken bei Professor Boris Kleint und machte seine ersten künstlerischen Gehversuche im Umkreis von Otto Steinert, dem Altmeister und ‚Erfinder‘ der ‚subjektiven fotografie‘. In den Jahren 1984 und 1985 fotografierte er das Neunkircher Eisenwerk vor und während des Abrisses.

 

Franz Mörscher im Jahr 1999/2000 zur Völklinger Hütte

„Die älteren Bewohner des Saarlandes, Lothringens, Luxemburgs und des Ruhrgebiets sind an den Anblick toter Eisenhütten und Stahlwerke im Land gewöhnt, sie sind zahlreich. Sie sind auch daran gewöhnt, dass einige von ihnen in einem natürlichen Kreislauf den noch lebenden Stahlwerken als Nahrung dienen. War oder ist die eigene materielle Existenz davon nicht berührt, so bleibt dies alles sehr abstrakt und fern. Die Menschen verharren auch bei einer Annäherung eher gelassen in der Betrachtung dessen, was vor ihnen erscheint. Denn es ist immer eine Annäherung an weit verstreute Teile, die, ohne erkennbaren organisch technischen Zusammenhang zum Ganzen, in den Himmel ragen.
Die Völklinger Hütte ist allerdings ganz anders. Sie drängt jedem Betrachter, der einst nicht Teil ihrer Funktion war, durch die Schönheit ihrer Erscheinung und die Ambivalenz ihrer Gestalt, eine ganz eigene, einmalige, neue, erregende Erfahrung auf - der sich niemand entziehen kann - am wenigsten kann dies ein bildender Künstler, wenn er auch die Fotografie als Ausdrucksmittel benutzt. Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Bringt diese nicht Gefühl und Verstand eines jeden empfindsamen Betrachters in Vibration? Das historische und technische Wissen über ihr Entstehen, ihre Weiterentwicklung, ihre Funktion und ihr Funktionieren bis zum Ende 1986 sind heute am Ort bewahrt und dargestellt.
Die Übersetzung der Schönheit ihrer Erscheinung, ihrer Gestaltgröße, allein aus der Wahrnehmung in der Gegenwart - in kunstvolle, fotografische Bilder - ist ein ganz anderer Sachverhalt. Er hat eigene, schwierige Gesetze, sehr schwierige, wenn viele sensible Betrachter der Eisenhütte ihre Erlebnisse dort später, im kunstvollen Bilderwerk einer Ausstellung wiederfinden sollen.“

 


English VersionVersion français


http://whc.unesco.org/en/list/687/http://www.ecsite.eu/?p=4239http://www.erih.net/nc/de/ankerpunkte/deutschland/detail.html?user_erihobjects_pi2[pointer]=0&user_erihobjects_pi2[mode]=1&user_erihobjects_pi2[showUid]=15320&user_erihobjects_pi2[country]=1&user_erihobjects_pi2[regionalroute]=0&user_erihobjects_pi2[anchorOnly]=1&user_erihobjects_pi2[membersOnly]=0