1986. ZURÜCK IN DIE GEGENWART

vom: 25.04.2021 10:00 Uhr bis: 28.11.2021 19:00 Uhr

Fotografien von Michael Kerstgens

1986: Im Januar explodiert das Space Shuttle "Challenger" beim Raketenstart. Im April kommt es zur Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Im November vernichtet Löschwasser nach einem Großbrand im Schweizer Chemiekonzern Sandoz jegliches Leben im Rhein bis weit nach Deutschland hinein. Ein "Horrorjahr", wie es unlängst im Rückblick formuliert wurde? Mit Sicherheit ein Jahr der Diskreditierung von Raumfahrt, Atom- und Chemieindustrie als Schlüsselindustrien des humanen Fortschritts. Doch: Die Welt von 1986 besteht nicht nur aus einem apokalyptischen Abgesang der Moderne. Das zeigen die Fotografien von Michael Kerstgens. 1986 offenbart sich in diesen Aufnahmen der Alltags-, Sport- und Freizeitkultur als Jahr surrealer Normalität, irgendwo zwischen dem Orwell-Jahr 1984 und dem Fall der Mauer 1989. In der Völklinger Hütte endet in diesem "annus horribilis" die Industrieproduktion, das historische Eisenwerk hat ausgedient. Überall in Deutschland wird in dieser Zeit der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Freizeitgesellschaft spürbar, für den das heutige Weltkulturerbe Völklinger Hütte exemplarisch steht. Genau diesen Wandel hat Kerstgens fotografiert: eine bemerkenswerte Zeitreise zurück in die Gegenwart von 1986.

Kurator: Ralf Beil

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FUTURE LAB II

vom: 10.10.2021 10:00 Uhr bis: 27.03.2022 19:00 Uhr

Spekulative Nomaden. Von Hütte zu Hütte

Insbesondere in den letzten zwei Jahrhunderten des Industriezeitalters haben wir Menschen die Erde nochmals maßgeblich umgestaltet. Nun bekommen wir von unserem Planeten eine offene Frage zurück: Wie werden wir in Zukunft mit den von uns verursachten Veränderungen leben? Dabei geht es nicht nur um das, was wir immer noch euphemistisch "Klimawandel" nennen, sondern auch um die Sollbruchstellen globaler Vernetzung: die nationalen und lokalen Ungleichheiten sowie die internationalen Migrationsströme. Also um die Frage: Wie können und wollen wir zusammenleben? Das zweite FUTURE LAB dieses Jahres widmet sich deshalb mit lebhafter Neugierde und soziokulturellem Forschergeist der experimentellen Erkundung örtlicher Beschaffenheiten und Bevölkerungsgruppen, verhandelbaren Übergangsgeländen sowie potentiellen Zukünften. Die "Queer Landscapes" der ehemaligen Industriekultur spielen dabei ebenso eine Rolle wie performative und tänzerische Annäherungen an das Thema des Lebens und Wohnens allgemein. Wesentlich ist der kreative Austausch mit den Menschen und dem Raum vor Ort: den VölklingerInnen, ihrer Geschichte und ihrer Stadt. Leitend ist dabei das Bild der "Hütte" als Ort der sozialen wie gesellschaftlichen Transformation. Ausgehend von der Erzhalle der Völklinger Hütte erproben die spekulativen Nomaden des S_A_R Projektbüros der Hochschule der Bildenden Künste Saar gemeinsam mit zahlreichen PartizipantInnen neue Realitäten: mit künstlerischer Verve und kreativem Veränderungswillen.

Gastkurator: S_A_R Projektbüro der HBKsaar, Prof. Georg Winter

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THE WORLD OF MUSIC VIDEO

vom: 14.11.2021 10:00 Uhr bis: 14.07.2022 19:00 Uhr

Musikvideos sind Zeichen unserer Zeit, integraler Bestandteil unserer Gegenwartskultur, weltweit abrufbar, weltweit produziert – ein Nukleus der globalen Unterhaltungsindustrie. Zugleich sind sie eine Welt für sich in der meist nur minutenlangen Verschmelzung des Audiovisuellen. Diese Welt zu erkunden, ist das Ziel der Großausstellung zur Geschichte und Gegenwart des Musikvideos im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Es geht um musikalische wie filmkünstlerische Qualität, aber ebenso um brennende Inhalte: KI, Klimawandel, politische, psychische und physische Gewalt und Genderfragen aller Art. Es geht um Frühformen des Kurzmusikfilms, den gloriosen Beginn rund um das Licht- und Schattenspiel der "Bohemian Rhapsody" von Queen 1975 bis zu den Ermächtigungsszenen der 2000er bis 2020er-Jahre von Lady Gaga, Beyoncé oder The Carters, in denen subversiv die Macht übernommen wird in Gefängnissen, Fast-Food-Restaurants oder dem Louvre mit all seinen Weihehallen und Meisterwerken der Hochkultur. Ein in dieser Form noch nie realisiertes Panorama des Genres und der Kunstform entsteht so, in dem nicht umsonst immer wieder bildende Künstler und Filmregisseure wie Spike Jonze, Chris Cunningham, John Landis, Anton Corbijn oder Michel Gondry tätig sind. Die Gebläsehalle und Verdichterhalle, bis zur Eröffnung von THE WORLD OF MUSIC VIDEO komplett befreit von sämtlichen Einbauten und Teppichböden, werden zum kongenialen Schauplatz der musikalischen Projektionen: Großleinwände scheinen zwischen den riesigen Maschinen ebenso auf wie Monitore in intimeren Nischen. Es wird Platz genug geben zum Tanzen wie zum Nachdenken über einen besonderen Baustein der Kulturindustrie. Der größte Maschinenraum des einstigen Eisenwerks Völklinger Hütte gibt konzentriert Einblick in Faszination und Funktionsweisen von Musikvideos rund um den Globus. Nicht nur europäische und amerikanische Produktionen sind hier versammelt, sondern ebenso indische, japanische, afrikanische oder koreanische Beiträge. Die Welt des Musikvideos wartet auf ihre Entdeckung.

Kurator: Ralf Beil

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